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Fragen zur Sternsingeraktion im Allgemeinen

Jedes Jahr erreichen uns beim BDKJ und im Kindermissionswerk "Die Sternsinger" per Telefon, Brief oder E-Mail zahlreiche Fragen rund um die Aktion Dreikönigssingen. Die wichtigsten beantworten wir unten. Die Fragen & Antworten werden ständig erweitert.http://www.sternsinger.de

Natürlich stehen wir Ihnen auch persönlich für Ihre Fragen zur Verfügung – wenden Sie sich einfach an das Kindermissionswerk oder seine Regionalstellen oder sprechen Sie mit den Verantwortlichen Ihrer Diözese.

Was bedeutet der Segen "C+M+B"? Gibt es eine richtige Schreibweise?

Der "vollständige" Segen für die kommende Aktion Dreikönigssingen lautet: 20*C+M+B+17. Der Stern steht für den Stern, dem die Weisen aus dem Morgenland gefolgt sind. Symbolisch tragen die Sternsinger ihn mit sich; er ist Zeichen für Christus. C+M+B stehen für die lateinischen Worte "Christus Mansionem Benedicat" – Christus segne dieses Haus. Volkstümlich werden die drei Buchstaben als Kürzel für die überlieferten Namen der drei Weisen verstanden: Caspar, Melchior und Balthasar. Die drei Kreuze bezeichnen den Segen: Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Gott ist Mensch geworden, um uns Menschen ganz nahe zu sein – auch im Neuen Jahr.

Wohin geht das gesammelte Geld? Was bedeutet das Beispielland?

Mit dem Geld, das die Sternsinger sammeln, unterstützt die Aktion Dreikönigssingen jährlich etwa 2.400 Projekte für Kinder in Not. Eine "Vergabekommission" prüft und bewilligt dafür Projektanträge aus aller Welt. Der Rechenschaftsbericht zeigt, wo die Hilfe der Sternsinger greift. Sie finden ihn im Infopaket zum Dreikönigssingen.

Pädagogische Schwerpunkte setzt die Aktion Dreikönigssingen mit Beispielland und Motto. So soll den Sternsingern die Lebenssituation von Kindern am konkreten Beispiel eines Landes nahegebracht werden. Gesammelt wird aber nicht nur für dieses eine Land, sondern für alle Projekte.

Muss das gesamte Geld ans Kindermissionswerk geschickt werden?

"Die in den Pfarreien gesammelten Mittel der Aktion müssen an das Kindermissionswerk überwiesen werden." So hat es die Deutsche Bischofskonferenz in der "Ordnung für die Aktion Dreikönigssingen" vom 1. Juli 2009 eindeutig festgelegt (siehe www.sternsinger.de).

Die deutschen Bischöfe bestätigen diese Praxis jährlich mit ihrem Aufruf zur Aktion Dreikönigssingen. Dort heißt es jedes Mal: "Die Erträge der Aktion Dreikönigssingen sind ohne Abzüge dem Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger' zuzuleiten."
Warum diese Regelung? Die Aktion Dreikönigssingen lebt vom immer neuen Einsatz unzähliger Kinder, Jugendlicher und Erwachsener. Damit eine so große Basisbewegung transparent und vertrauenswürdig bleibt, muss es Grundsätze und Regeln geben. Sie sorgen dafür, dass die Hilfe genau dort ankommt, wo sie am dringendsten gebraucht wird.

Im Bistum Hildesheim wird seit jeher das eingesammelte Geld zuerst auf ein Sonderkonto des BDKJ durch die sammelnden Gruppen eingezahlt. Zugleich wird die Diözesanstelle informiert welche Gemeinde / Pfarrort / Gruppe welche Summe einzahlt. Diese Summe geht dann, ohne Abzüge!, gesammelt und mit den nötigen detailierten Informationen umgehend an das Kindermissionswerk. Somit kann das Kindermissionswerk mit diesen zusätzlichen Informationen den sammelnden Gruppen den Dankesbrief mit der Summe zuschicken und kann die detaillierten Einzelinformationen für die Informationsarbeit vorlegen.
 
Was geschieht mit Geld, das die Sternsinger ausdrücklich für sich selbst bekommen?

Diese Frage taucht vor Ort immer wieder auf. Eine pauschale Lösung kann es da nicht geben. Es ist schön, wenn Sternsinger anstelle von "Taschengeld" eine kleine Anerkennung in Form von Süßigkeiten bekommen. Doch kommen manche Gruppen mittlerweile mit erheblichen Mengen nach Hause. Hier und da teilen Gemeinden die "Beute" solidarisch mit Kindern, bedürftigen Familien oder einer Tafel-Initiative.
Schwieriger ist es, wenn Sternsingern Geld bewusst außerhalb der offiziellen Sammelbüchse gegeben wird. Den Sternsingern und ihren Begleitern sollte deutlich sein, dass sie nicht für sich selbst, sondern für Not leidende Kinder in aller Welt sammeln. Im Zuge der inhaltlichen Vorbereitung auf das Dreikönigssingen ist daher ein Gespräch über das Wesen und das Ziel der Aktion mit Betreuern und Sternsingern sinnvoll.

Was ist zu tun, wenn eine Pfarrei keine Spendenquittungen ausstellt?

In jedem Fall kann das Kindermissionswerk Spendenquittungen ausstellen. Name und Anschrift des Spendenden sowie der Betrag können über das Pfarrbüro ans Kindermissionswerk weitergeleitet werden.

Woran erkennt man "echte" Sternsinger?

Zum Schutz der Aktion empfehlen wir, die Sternsinger oder zumindest die Begleiter mit Ausweisen auszustatten. Darauf sollte in der Pfarrei hingewiesen werden. Die Ausweise finden Sie als Kopiervorlage im Werkheft und auf der CD zur Aktion. Natürlich können Sie die Ausweise auch in der gewünschten Anzahl beim Kindermissionswerk bestellen. Mit dem Stempel der Pfarrei kennzeichnen sie eine Sternsingergruppe als "echt".

Sind die Sternsinger auf ihrem Weg von Haus zu Haus versichert?

Veranstalter der Aktion vor Ort ist die Pfarrei. Die Sternsinger und ihre Begleiter sind während der Aktion Dreikönigssingen ehrenamtliche Mitarbeiter der Pfarrei und so auch während des Sternsingens über die sogenannte Sammelversicherung der jeweiligen Diözese versichert. Sollte etwas passieren, gilt folgendes: Bitte so bald wie möglich den verantwortlichen Pfarrer und das Pfarrbüro informieren. Hier gibt es dann auch weitere Hilfe.

Zu beachten sind die Regeln der Aufsichtspflicht und der Haftpflicht: Alle Leiterinnen und Leiter von Kinder- und Jugendgruppen tragen Verantwortung für die Kinder und Jugendlichen, die sie beaufsichtigen. Das Kindermissionswerk und der BDKJ empfiehlt allen minderjährigen Betreuern die Ausbildung zum Jugendgruppenleiter (JuLeiCa).

Wie alt sollten die Sternsinger und ihre Begleiter sein?

Vielerorts sind Kinder beim Sternsingen dabei, die noch nicht zur Schule gehen. Doch Sternsinger sind nicht einfach "niedlich". Sie bringen den Segen des menschgewordenen Gottes und setzen sich für Altersgenossen in Not ein. Diese Verantwortung sollte den Kindern und Jugendlichen durchaus bewusst sein. Wenn Sie die Aktion vor Ort durchführen, sollten Sie dafür sorgen, dass alle Sternsinger verstehen und auch anderen erzählen können, was der Sinn ihres Tuns ist. Und: "Sternsinger" heißen nicht umsonst so: ein bis zwei Lieder auswendig singen zu können, gehört dazu.
Das Mindestalter für Begleiter ist nicht gesetzlich festgelegt. Wer die Sternsinger begleiten kann, muss aufgrund der persönlichen Reife entschieden werden. Auch die Begebenheiten vor Ort spielen eine wichtige Rolle.

Können auch evangelische Kinder beim Sternsingen mitmachen?

Ja, und sie tun das schon seit langem! Das Sternsingen ist – in ökumenischer Offenheit – eine katholische Aktion. Als Brauchtum hat es seine Wurzeln in der katholischen Kirche. Hier hat auch seit 1959 die Aktion Dreikönigssingen ihren Ort. So wird sichergestellt, dass ihre Grundsätze und Ziele im Blick bleiben. Wo im konkreten Einzelfall Fragen zum Umgang mit ökumenischen Initiativen und Projekten bleiben, zeigt die Ordnung für das Dreikönigssingen Lösungswege auf.


Die Aktion Dreikönigssingen ist ein Markenzeichen und rechtlich geschützt. Dafür, dass ihre Spielregeln respektiert werden, setzen sich die Träger – Kindermissionswerk "Die Sternsinger" und Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) – konsequent ein. Wir freuen uns über alle, die mit Begeisterung bei der Aktion Dreikönigssingen mitmachen. Zugleich sorgen wir als Träger für eine geordnete und transparente Weitergabe der Gelder. Die geförderten Projekte sind konkret und überschaubar. So können alle, die ausdrücklich den Sternsingern ihre Spenden geben, darauf vertrauen, dass die Hilfe bei denen ankommt, die sie dringend benötigen. In den Publikationen und besonders im Rechenschaftsbericht zur Aktion Dreikönigssingen wird deshalb immer wieder anschaulich dargestellt, was mit dem Geld konkret geschieht.


Zahllose Kinder werden von Thandanani in den Townships betreut. Viele der Waisen sind selbst HIV-infiziert. Foto: Markus OffnerZahllose Kinder werden von Thandanani in den Townships betreut. Viele der Waisen sind selbst HIV-infiziert. Foto: Markus Offner
Erdhaufen reiht sich an Erdhaufen - ein erheblicher Teil einer ganzen Generation wird hier zu Grabe getragen. Foto: Markus OffnerErdhaufen reiht sich an Erdhaufen - ein erheblicher Teil einer ganzen Generation wird hier zu Grabe getragen. Foto: Markus Offner
In kleinen Holzkisten, den so genannten Memory-Boxen, bewahren die Familien Erinnerungen für die nachfolgenden Generationen auf. Foto: Markus OffnerIn kleinen Holzkisten, den so genannten Memory-Boxen, bewahren die Familien Erinnerungen für die nachfolgenden Generationen auf. Foto: Markus Offner
Agnes Mkhize, die Thandanani-Mitarbeiterin (rechts), im Gespräch mit einer der Großmütter. Foto: Markus OffnerAgnes Mkhize, die Thandanani-Mitarbeiterin (rechts), im Gespräch mit einer der Großmütter. Foto: Markus Offner

HIV/AIDS-Betreuung in Südafrika

Die Familiengeschichte steckt in einer Holzkiste – Memory-Boxen gegen das Vergessen

Es nieselt leicht aus dem Wolken verhangenen Himmel im Township Dambuza außerhalb von Pietermaritzburg als Agnes Mkhize uns, ihre beiden Gäste aus Deutschland, herzlich umarmt und am Tor zu ihrem kleinen Grundstück willkommen heißt. Schnell wird klar, die kräftige Endvierzigerin ist eine von den vielen Frauen in Südafrika, die ihre Familie zusammenhalten – und weit über ihre eigentliche Arbeit als Entwicklungskoordinatorin der Kinderhilfsorganisation Thandanani die Hoffnung einer Gesellschaft verkörpern, in der in der Provinz Kwazulu-Natal 40 Prozent der Bevölkerung mit dem HIV-Virus infiziert sind.

Im Rahmen eines Exposure- und Dialogprogramms zum Thema „HIV/AIDS – Gesellschaftspolitische Herausforderung und christliche Verantwortung“, initiiert vom Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK), haben sich 21 Vertreter aus Politik, Wirtschaft, der staatlichen Entwicklungszusammenarbeit, den kirchlichen Hilfswerken, katholischen Verbänden und Räten gemeinsam nach Südafrika aufgemacht, um den Lebens- und Arbeitsalltags ihrer Gastgeberinnen mit zu leben und so die HIV/Aids-Problematik aus einer anderen Perspektive zu erfahren.
Am nächsten Morgen scheint die Sonne. Der Tag beginnt früh im südafrikanischen Frühling und die hupenden Taxi-Busse übertönen seit 4.30 Uhr das nächtliche Quaken der Frösche im benachbarten Sumpfgebiet, gepaart mit dem unermüdlichen Zirpen der Zikaden.

Einer der zahllosen Taxi-Kleinbusse bringt auch uns in das europäisch-kolonial geprägte Stadtzentrum von Pietermaritzburg, wo das Büro von Thandanani liegt. Agnes bespricht sich kurz mit den Kolleginnen, dann geht es mit einem anderen Taxi-Bus in einen der drei Townships der Kommune Msunduzi, für die Agnes zuständig ist. Dort treffen wir eine junge Frau, die als Freiwillige im Township unterwegs ist und Haushalte identifiziert, in denen HIV-infizierte oder von HIV/Aids betroffene Kinder leben, die psycho-soziale Betreuung und Unterstützung benötigen. Ziel ist es, den Kindern ein Leben in dem Wohnviertel zu ermöglichen, aus dem sie stammen.

Haushalte bestehen aus Großmüttern und Kindern
Unterwegs in der Mittagshitze führt uns unser Fußmarsch bergan zu mehreren einfachen Wohnhäusern. Überall werden wir sehr freundlich empfangen, meist von einer Frau, oft einer Großmutter und nur selten sind Männer zuhause. Die Lebensgeschichten wiederholen sich: Von ihren vier, fünf oder sechs Kindern, so erzählen uns die Großmütter, sind zwei, drei oder auch alle an HIV/Aids gestorben. Der Haushalt besteht nur noch aus der Großmutter und den Enkeln. Die Waisenrente von 700 Rand im Monat (das sind rund 75 Euro) ist meist das einzige Einkommen der Familie. Oft sind auch die Enkel HIV/Aids-infiziert, dennoch gehen die meisten dank antiretroviraler Medikamente zur Schule.

Ein besonderer Schatz dieser Familien verbirgt sich in einfachen zum Teil bemalten oder beschrifteten Holzkisten. In der Memory-Box, der Erinnerungskiste von Familie Kheswa, verbergen sich Fotos und andere Erinnerungsstücke an die verstorbenen Familienmitglieder. Agnes und ihr Team laden die Familien ein, an der Memory-Box-Arbeit teilzunehmen. Wenn alle in der Familie zustimmen, bekommen sie eine neutrale Holzbox und in gemeinsamen Treffen bereden sie, was ihnen wichtig ist und was an die Kinder und Enkel weitergegeben werden soll. Die eigentliche Erinnerungsarbeit macht die Familie dann für sich alleine. Großmütter erzählen die Familiegeschichte, Enkel schreiben sie auf, schon weil die Grannies oft nicht lesen und schreiben können. Mütter, die wissen, dass sie nicht mehr lange zu leben haben, halten das fest, was sie ihren Kindern mit auf den Lebensweg geben wollen. So mancher Jugendliche erfährt erst nach dem Tod der Mutter, wer eigentlich der Vater war. Erinnerungen sind oft schmerzhaft, aber notwendig, damit die Nachkommen überhaupt eine Chance haben zu erfahren, wo sie herkommen, wer ihre Eltern waren, was ihnen wichtig war. Die Erinnerungsarbeit stiftet Identität und ist ein wichtiger Teil der Trauerarbeit.

Erinnerungen geben Kraft
Beim nächsten Besuch sind wir zu Gast bei einem Großelternpaar, das mit seinem Enkel zusammenlebt. Unser Blick fällt auf ein altes gerahmtes Schwarzweißbild an der getünchten Wand. Lachend und voller Stolz erzählen uns die beiden von ihrer Hochzeit 1969 und wie sie sich kennengelernt haben. Gerne kommen sie unserem Wunsch nach, sich für ein Foto unter ihr Hochzeitsbild zu stellen. So sind in Verbindung mit ihrer Memory-Box die Erinnerungen auch eine Quelle der Freude und Dankbarkeit, für das, was sie an Schönem mit ihren verstorbenen Kindern erlebt haben, eine Quelle, die Kraft gibt, die aktuelle Lebenssituation zu bewältigen ohne in Agonie und Hoffnungslosigkeit zu versinken.

Unvergesslich wird auch der Besuch der Gräberfelder außerhalb von Pietermaritzburg am Allerheiligentag 2010 bleiben. Einige Fußballfelder groß ist Erdhaufen neben Erdhaufen zu sehen. Auf den einfachen Holzkreuzen sind die Geburtsjahre der Verstorbenen der letzten Monate zu sehen: 1979, 1983, 1992 – daneben Kindergräber. Ein erheblicher Teil einer ganzen Generation wird hier zu Grabe getragen.
Das ist die Situation, der sich Agnes, ihre Kolleginnen und Mitarbeiterinnen stellen. Und zwar jeden Tag aufs Neue, wenn sie die Überlebenden dieser Pandemie besuchen in den Townships rund um Pietermaritzburg, in denen wie zu Zeiten der Apartheid nur Schwarze wohnen.

„Du brauchst ganz viel Liebe“
Der Lebens- und Überlebenswille dieser Menschen ist beeindruckend, ja überwältigend. Und doch ist Agnes abends müde, nicht nur von den täglichen Busfahrten und Fußwegen unter afrikanischer Sonne, nicht nur von der Belastung, als einzige mit einer festen Anstellung für das Aufkommen ihrer Tochter, ihres Sohnes, ihres Pflegesohns und ihrer Enkelin sorgen zu müssen; müde auch von den vielfältigen Erfahrungen des Scheiterns, wenn ein Kind die Behandlung abbricht und stirbt, wenn Mütter lieber nicht wissen wollen, ob sie infiziert sind, sich nicht testen lassen, die Krankheit weitertragen und ihr erliegen; müde von den vielfachen Erfahrungen von Gewalt, Vergewaltigung, Alkohol- und Drogenmissbrauch, bis hinein in die eigene Familie.
„Du brauchst ganz viel Liebe um diese Arbeit machen zu können, Liebe die Gott dir schenkt“, sagt sie uns. Hilfe für die Helfer wird immer wichtiger. Projektgelder und staatliche Mittel finden nur dann einen Weg zu den betroffenen Kindern, wenn es Frauen wie Agnes gibt, die durch Ausbildung, Begleitung und hin und wieder eben auch durch eine Auszeit in die Lage versetzt werden, ihre Berufung zu leben und ihren Dienst über Jahre zu leisten.

Armut und Ungerechtigkeit sind Gründe für die Pandemie
„Sich um Menschen zu kümmern, die von HIV/Aids betroffen sind, bricht einem das Herz“, erzählt uns Bischof Kevin Dowling, katholischer Bischof von Rustenburg und langjähriger Verantwortlicher der Aids-Arbeit der Bischofskonferenz in Südafrika aus eigener Betroffenheit und Erfahrung. „Die Hauptgründe für die Aids-Pandemie in Südafrika sind Armut und Ungerechtigkeit“, macht er uns im Dialogteil unserer Reise mit Verantwortlichen der Aids-Arbeit in Südafrika eindrücklich klar. Die Kirche in Südafrika hat durch ihre Arbeit an der Seite der Menschen eine Option getroffen.

Unseren Teil der Verantwortung auch weiter zu tragen, ist Teil des Gepäcks, das wir mit zurück nehmen nach zehn Tagen Südafrika ohne Kap-Region und Naturparks, aber voller Erfahrungen und Begegnungen mit Menschen wie Agnes Mkhize und Bischof Kevin Dowling.

Markus Offner, Kindermissionswerk „Die Sternsinger“

Hintergründe:

Das Projekt „Thandanani“
Die Thandanani Children’s Foundation in Pietermaritzburg/Südafrika, gegründet 1989, hilft Waisen und unterstützt gefährdete Kinder in der Provinz KwaZulu-Natal. Besonders von HIV/AIDS betroffene oder infizierte Mädchen und Jungen werden an den Orten versorgt, aus denen sie stammen. Die Hilfe ist ganzheitlich mit Blick auf die materiellen, geistigen und emotionalen Grundbedürfnisse ausgerichtet und in die örtlichen Gemeinschaften integriert. Das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ unterstützt das Projekt „Thandanani“ seit dem Jahr 2000.

33,3 Millionen Menschen mit HIV/AIDS
5,6 der weltweit 33,3 Millionen Menschen mit HIV/AIDS leben in Südafrika. 2001 waren es noch 4,6 von 28,6 Millionen Menschen mit HIV/AIDS weltweit. 330.000 davon sind Kinder im Alter bis zu 14 Jahren. 310.000 Menschen sind 2009 im Zusammenhang mit HIV/AIDS gestorben (2001: 220.000). 1,9 Millionen AIDS-Waisen leben in Südafrika (2001: 580.000). (Quelle: UNAIDS Report 2010)

Aktionsbündnis AIDS
2009 wurden weltweit immer noch 370.000 Babys durch Mutter-Kind-Übertragung mit HIV/AIDS infiziert. Setzen Sie sich mit Ihrer Unterschrift im Rahmen des Aktionsbündnisses gegen AIDS gemeinsam mit dem Kindermissionswerk dafür ein, dass die Mutter-Kind-Übertragung bis 2015 gestoppt wird! www.In9Monaten.de

Jährlich 3.200 Projekte weltweit
Rund 3.200 Projekte für Not leidende Kinder weltweit werden jährlich vom Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ unterstützt. Einnahmen in Höhe von insgesamt 66,6 Millionen Euro standen dem Kinderhilfswerk der katholischen Kirche in Deutschland 2009 für seine Arbeit zur Verfügung. Gefördert wurden Projekte in 113 Ländern. Neben der Förderung der Kinder-Hilfsprojekte zählen der Einsatz für die Rechte von Kindern weltweit sowie die Bildungsarbeit zu den Aufgaben


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